Ökumenischer Kirchenladen Aschaffenburg

Mit den Glück- und Segenswünschen der evangelischen und katholischen Kirchen sowie der Vertreter der Politik wurde am 28. April 2009 der „Heilands ökumenischer Kirchenladen“ am Aschaffenburger Rossmarkt eröffnet. Er gehört damit bundesweit zu den wenigen Angeboten dieser Art, die ökumenisch betrieben werden. Einmalig in Bayern ist, dass man hier in einer ökumenischen Einrichtung den Kirchen - Wiedereintritt sowohl in die katholische als auch evangelischen Kirche in die Wege leiten kann.

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Der Name „Heilands“ hat für die Aschaffenburger einen doppeldeutigen Klang: dort, wo sich heute der „Heilands ökumenische Kirchenladen“ befindet, stand früher die Heylands-Brauerei. Mit der Namensgebung zeigen das evangelische und das katholische Dekanat als Träger neben Geschichtsbewusstsein und einer Portion Humor durchaus auch theologischen Tiefsinn. „Es geht uns um das Heil der Menschen, die bei uns vorbei schauen“ erklärte bei der Eröffnung Gemeindereferentin Eva Meder-Thünemann. Sie ist als Seelsorgerin in der Citypastoral von der  katholischen Seite für den Betrieb der Einrichtung zuständig. Ihr evangelischer Kollege ist Pfarrer Peter Kolb. Gemeinsam werden sie neben der Organisation vor allem die 34 Ehrenamtlichen betreuen, die im vergangenen Jahr geschult wurden und nun das personelle Angebot der Einrichtung darstellen.

 

Im Logo des Ladens findet sich das Symbol der Haltestelle, denn Zeit haben für die Menschen, Information, Beratung und Seelsorgegespräche stehen im Vordergrund der Arbeit. „Wir wollen als Kirche neu und besser mit den Menschen in Kontakt kommen“ begründete der katholische Dekan Stefan Eirich in seiner Ansprache das Projekt. Der Laden wende sich vor allem an Menschen, die von den Pfarrgemeinden nicht mehr erreicht werden. Eirich sieht die Eröffnung des Raumes mitten in der Fußgängerzone auch als eine Chance, den Passanten die Lust Gottes am Menschen glaubwürdig zu bezeugen: „Hier bietet sich die Chance, mit Menschen Gespräche zu führen, die zu Glauben, Hoffnung und Liebe führen!“

 

Kirchenrat Winfried Schlüter sprach als Ökumenereferent der evangelischen Kirche seine Glückwünsche aus. Er ist der festen Überzeugung, dass Kirchenläden der verfassten Kirche gut tun und begrüßte, dass dies in Aschaffenburg wie selbstverständlich auch unter dem gemeinsamen Dach möglich sei. Sein katholischer Kollege Dr. Petro Müller wünschte der Einrichtung, dass sie eher als eine Boutique als ein Laden empfunden würde. Schließlich könne man dort Zeit, Verständnis und Zuwendung erfahren und das sei in unserer Zeit etwas ganz besonderes.  

 

Gemeinsam segneten der evangelischen Dekan Volkmar Gregori und der katholische Dekan Stefan B. Eirich die Einrichtung und überreichten als Geschenk eine Heilige Schrift in der Übersetzung „Die gute Nachricht“ und ein Kreuz.

 

Auch die musikalische Gestaltung des Eröffnungsabends stand ganz im Zeichen der Ökumene. Vierhändig begleiteten der evangelische Kantor Christoph Emanuel Seitz und der katholische Stiftskantor Andreas Unterguggenberger die Veranstaltung. Vom Babanehäuser Pfarrerkabarett gab Hans-Joachim Greifenstein seinen humoristischen Senf dazu. 

 

Der Kirchenladen ist ab sofort jeweils Dienstag und Donnerstag von 11 bis 19 Uhr, Mittwoch und Freitag von 10 bis 17 Uhr und Samstags von 10.00 bis 13.00 Uhr geöffnet. An Dienstag Nachmittagen steht jeweils auch ein Seelsorger zur Verfügung, mit dem man in einem separaten Raum ein Gespräch führen kann.

 

Burkard Vogt

Gemeindereferent in der Öffentlichkeitsarbeit der katholischen Kirche am Untermain

 

Kirchenladen

 

 

Gruppenfoto von links: Ökumenereferent des Bistums Würzburg Petro Müller, Kirchenrat Winfried Schlüter, Gemeindereferetin Eva Meder-Thünemann, Pfarrer Peter Kolb, Dekan Stefan Eirich und Dekan Volkmar Gregori.