ORTwechsel - WORTwechsel

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Kunst verbindet St. Lukas und St. Anna

Was verbindet und was trennt die evangelische St. Lukaskirche an der Isar von der katholischen St. Annakirche im Lehel? Im Vorfeld des Ökumenischen Kirchentags 2010 haben sich Münchner Künstler mit diesen Fragen befasst. Dabei sind fünf Projekte entstanden. Unter dem Titel „ORTwechsel – WORTwechsel“ werden sie vom Freitag, 11. September, bis Sonntag, 13. September zwischen St. Lukas und St. Anna präsentiert.

Die Aktion „ORTwechsel“ beginnt am Freitag, 11. September, und dauert bis Sonntag, 13. September. Offizielle Eröffnung ist am Samstag, 12. September, um 19 Uhr in der St. Anna Kirche am St. Anna Platz. Anschließend wandern die Teilnehmer gemeinsam vorbei an den Installationen zur anschließenden Vernissage in St. Lukas gegen 21 Uhr.

Zu sehen ist unter anderen Andreas Stetkas Videoinstallation „Kirche“ im ZKM - Max Forum. Sie zeigt eine sich drehende Kirche als Symbol des Um-Sich-Kreisens oder des Umkreist-Werdens, des Auf-der-Stelle-Tretens und der Suche nach der richtigen Ausrichtung. Das wirre und irritierende Bild wird begleitet von einer Vielzahl von Geräuschen – darunter ein Cellostück von Johann Sebastian Bach und Straßenlärm.

Ebenfalls von Andreas Stetka ist die Plakataktion „Würde“. Aus den Buchstaben des Satzes des Grundgesetzes „die wuerde des menschen ist unantastbar" wurden im alten Spiel des Anagramms neue Sätze gebildet wie zum Beispiel „wie nett dem suender satan schien". Die Plakate hängen an Laternenmasten, Trafokästen, Schaufenstern, Litfaßsäulen, Plakatständern und in Fenstern der Gemeindemitglieder auf dem Fußweg zwischen den Gemeinden St. Anna und St. Lukas. Es entsteht ein „Lese-Parcours" zwischen den beiden Gemeinden, der in Manier einer „Schnitzeljagd" die Passanten zu einer „Wortwanderung" einlädt.

Von dem Künstler Ekkeland Götze stammt das Straßenprojekt „Verbindung“. Eine Linie verbindet die beiden Kirchen St. Anna und St. Lukas, führt von den Portalen die Stufen hinunter und dann in einer direkten Linie von Kirche zu Kirche. Pfeilmarkierungen auf der Linie verweisen auf die beiden Kirchen.

Bruno Kuhlmann wirft unter dem Titel „Von Lukas zu Anna – von Anna zu Lukas“ Videoprojektionen auf die Wände des Gemeindehauses von St. Lukas und der Grundschule von St. Anna. Jeweils von der Zeitdauer, die ein Fußgänger benötigt, um von St. Anna im Lehel zu St. Lukas am Mariannenplatz zu gelangen. Beide Filme zeigen eine sich langsam vollziehende Verwandlung: Die Fassade der einen Kirche transformiert sich unmerklich in die der Anderen.

Karina Smigla-Bobinski hat mit „query-online“ eine interaktive Multimedia-Installation geschaffen. Auf den Dächern der Kirchen werden zwei mit Helium gefüllte Wetterballone montiert, die nachts angestrahlt werden. Sie sollen den Besuchern als Orientierung dienen und Anregung sein, auf die Internet-Seite www.ort-wechsel.de zu gehen und Fotos, Videos und Texte zum Kunstprojekt anzuschauen oder selbst etwas beizutragen. Postkarten in Kneipen und Restaurants regen zum Besuch der Kirchen und zum Mitmachen an. WORTwechsel (12. bis 16. Mai 2010)

Das Kunstprojekt „ORTwechsel – WORTwechsel“ wird von den Gemeinden mit Veranstaltungen wie Kunstgottesdiensten, Konzerten, Podiumsdiskussionen usw. begleitet. Alle Termine unter http://www.ort-wechsel.de.

Konzept: Genius Loci e.V. (Künstler) und Kunstausschuss St. Lukas, in
Zusammenarbeit mit der Katholischen Pfarrgemeinde St. Anna.