Ökumenische Osterkerzen

Seit vielen Jahren gibt es in München-Großhadern die ökumenische(n) Osterkerze(n). Egal ob man nach St. Canisius kommt oder in die Reformations-Gedächtnis-Kirche, sieht man dort jeweils die gleiche Osterkerze - eine originelle ökumenische Idee, auch für andere Gemeinden!
Wochen vor dem Osterfest entsteht aus einem Vorschlag oder dem Dialog zwischen den Seelsorgern beider Gemeinden ein Motto – zuletzt z.B. „Mehr Hoffnung als Tod“ oder „Zwischen Verstummen und Jubel“. Ein gestalterisch talentierter und engagierter Großhaderner setzt sich dann mit diesem Motto auseinander und macht einen oder mehrere Entwürfe für das Motiv der Osterkerze. Nach weiterer Abstimmung mit den evangelischen und katholischen Seelsorgern gestaltet er schließlich mit Plattenwachs und Wachsmalkreiden die beiden gleichen Osterkerzen. In den beiden Gottesdiensten der Osternacht werden sie entzündet.
Die zwei Gemeinden in München-Großhadern scheinen vom Namen her für die spezifisch katholische bzw. evangelische Position nach der Reformation zu stehen. Der Jesuit Petrus Canisius wurde vom Ordensgründer Ignatius als Gegenreformator nach Deutschland geschickt. Und das Patronat der Reformations-Gedächtnis-Kirche ist dazu das selbstbewusste Gegenprogramm.
Durch das Symbol der gemeinsamen Osterkerze(n) verharren die beiden Gemeinden aber nicht in der Spaltung, sondern tun jedes Jahr nicht nur dadurch wieder Schritte aufeinander zu. Es spricht viel dafür, dass auf die Osterkerzen 2010 das Motto kommt, das auch über dem 2. Ökumenischen Kirchentag in München steht: „Damit ihr Hoffnung habt“.

