Evaluation des Erzbistums zum 2. ÖKT veröffentlicht
Was hat der 2. Ökumenische Kirchentag mit seinen über 500 Vorbereitungsveranstaltungen bewegt? Und was ist wirklich wichtig für die Zukunft der Ökumene? Diesen und weiteren zentralen Fragen nachzugehen war Ziel der nun veröffentlichten Evaluation des 2. ÖKT. Der über 100 Seiten starke Abschlussbericht ist in einer Kooperation des Erzbistums München und Freising mit der Katholischen Stiftungsfachhochschule München entstanden und steht in der Rubrik Materialien zum Download bereit.
Der 2. ÖKT in München hat auf nachhaltige Weise politisch in die Gesellschaft hineingewirkt und die Ökumene kann sogar als „Motor“ für kirchen- und gesellschaftspolitische Entwicklungen fungieren. Dieser Meinung ist der überwiegende Teil der mehr als 500 Haupt- und Ehrenamtlichen aus verschiedenen Funktionsebenen des Erzbistums München und Freising, die in den vergangenen sechs Monaten im Rahmen der Evaluation befragt wurden. Unter der Projektleitung von Diplom-Sozialpädagogin Elke Oestreicher wurden dazu eine umfangreiche Fragebogenaktion sowie mehrere Einzelinterviews durchgeführt. Befragt wurden unter anderem der Ordinariatsrat als Leitungsgremium der Bistumsverwaltung, Mitarbeiter in den Vorbereitungsgremien des ÖKT, die Ökumenebeauftragten in den Dekanaten der Erzdiözese, der Vorstand des Diözesanrats als oberstes Laiengremium, Vorstände der katholischen Verbände, rund 190 Priester und pastorale Mitarbeiter der Erzdiözese sowie die Pfarrgemeinderatvorsitzenden in 187 Pfarreien.
„Die Ergebnisse sind überraschend und machen Mut“, sagt Florian Schuppe, der die Auswertung als theologischer Referent der Erzdiözese für den 2. Ökumenischen Kirchentag mit organisiert und begleitet hat. Über 80 Prozent der Befragten hätten angegeben, Ökumene sei eindeutig Bestandteil ihres kirchlichen Wirkens. 86,3 Prozent messen der Ökumene laut der Evaluation sogar eine große oder sehr große Bedeutung für die Zukunft der Kirche bei, 73,7 Prozent eine hohe oder sehr hohe gesellschaftspolitische Relevanz. Hauptmotiv für das Engagement ist beim Großteil das Anliegen, die Zusammenarbeit der Kirchen zu verbessern. Gute Kontakte zu ökumenischen Partnern im eigenen Tätigkeitsbereich bilden über alle Gruppen hinweg den zentralen Baustein und die Voraussetzung für eine konstruktive ökumenische Zusammenarbeit. Gerade bei der Vernetzung und Förderung neuer Kontakte hat der 2. ÖKT nach Einschätzung der Befragten einen erheblichen Zugewinn gebracht. Inhaltlich fanden beim 2. ÖKT neben den Gottesdiensten vor allem die Veranstaltungen zu gesellschaftspolitischen Themen großen Anklang.
„Insgesamt wurde der 2. Ökumenische Kirchentag als gelungenes und motivierendes Praxisbeispiel ökumenischer Arbeit bewertet“, zieht Armin Wouters Bilanz, Ökumenereferent der Erzdiözese und Beauftragter für den 2. ÖKT: „Konkrete Projekte fördern und vertiefen das ökumenische Engagement und machen das Anliegen greifbar.“ Als Aufgabe für die Zukunft habe die Evaluation den Befund erbracht, dass die Ökumene im kirchlichen Geschehen zwar gut verankert sei, aber noch vertieft werden könne. „Dies wollen wir zum Beispiel durch verstärkte Ausbildungs- und Unterstützungsangebote für unsere haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter fördern“, so Wouters. (kbr)


