Ökumenische Sozialstation Bogenhausen-Unterföhring-Ismaning
Zuverlässig, Individuell – mehr als nur eine gute Pflege
Die ökumenische Sozialstation Bogenhausen-Unterföhring-Ismaning in der Trägerschaft von Caritas und Diakonie besteht seit 1975. Leiterin Ingrid Wolf: „Das Wohl der Pflegekunden und ihre individuellen Bedürfnisse liegen uns sehr am Herzen. Unser ganzheitliches Pflegekonzept berücksichtigt jeden Menschen, unabhängig von Konfession, sozialer und wirtschaftlicher Lage. Unabhängigkeit und Selbständigkeit – auch in schwierigen Lebenssituationen – ist das Ziel unserer Arbeit.“
Zu den Dienstleistungen der ökumenischen Sozialstation gehören neben den Leistungen der Pflege- und Krankenversicherung auch die Vermittlung von Zusatzleistungen und Organisation von Hilfen wie z.B. Essen auf Rädern, Soziale Beratung oder einem Pflegenotruf. Hier arbeitet die Sozialstation mit den Maltesern zusammen.
Der persönliche Kontakt zu den Sozialdiensten der Krankenhäuser, zu den Ärzten und den Pfarreien im Einzugsgebiet ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit.
17 hauptamtliche und 6 nebenamtliche Pflegerinnen und Pfleger betreuen die Gebiete Bogenhausen, Denning, Engelschalking, Herzogpark, Daglfing, Johanneskirchen, Oberföhring, Landkreisgemeinden: Unterföhring und Ismaning. Sie sind von halb sieben Uhr morgens bis halb elf Uhr abends im Einsatz. Unterstützt werden sie zusätzlich durch Ehrenamtliche. Im Jahr 2008 wurden durchschnittlich pro Monat 127 Pflegekunden gepflegt und betreut.
Der Zeitplan einer Pflegekraft ist auf die Minute genau ausgearbeitet. Da bleibt eigentlich kein Raum für ein persönliches Gespräch. Dabei ist gerade das für die oft allein lebenden älteren und alten Menschen so wichtig. Ingrid Wolf: „Dass wir eine ökumenische Sozialstation sind, wissen viele unserer Patienten wahrscheinlich gar nicht. Wir sind noch nie nach unserer Konfession gefragt worden! Aber trotz der strengen Abrechnungsbestimmungen der Kranken- und Pflegekassen, die unsere Arbeit ein Stück weit „instrumentalisieren“, nehmen wir uns die Zeit und sehen unsere Patienten nicht nur als „den Wundverband“ oder „die Spritze“, sondern als Herrn Meier und Frau Müller. Wir fragen, wie es ihnen geht, wir hören zu, wenn sie uns etwas erzählen. Auch wenn dabei „kostbare“ Abrechnungsminuten verrinnen. Ich glaube, in diesem Verhalten äußert sich unser christliches Verständnis unserer Arbeit. Ganz gleich, ob wir bei der Caritas angestellt sind oder bei der Diakonie, wir sehen in dem, was wir tun, nicht nur einen Job, sondern auch ein Stück Nächstenliebe. Und das spüren unsere Patienten. Das weiß ich.“
Aber es bleibt nicht bei diesem Wissen. Als es im letzten Jahr darum ging, die Gebühren im Bereich der Ambulanten Pflege zu erhöhen und die Kranken- und Pflegekassen sich nicht bewegten, entschied sich die Caritas zu einer ebenso ungewöhnlichen wie wirksamen Aktion. Sie bat die Patienten darum, in einer Postkartenaktion bei ihren Kassen diese Gebührenerhöhung zu fordern, damit ihre persönliche Pflege durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ambulanten Dienste auch weiterhin gesichert sei. Und alle Patienten machten mit – obwohl sie wussten, dass sie nach der Erhöhung auch etwas mehr würden zahlen müssen. Ingrid Wolf erklärt sich das so: „Unsere Patienten schätzen das, was wir für sie tun. Das geht über eine reine Dienstleistung hinaus. Sie spüren, dass wir nicht nur mit den Händen, sondern auch mit dem Herzen bei der Sache sind.“
Trotz dem Mehr an Bürokratie, die in einer Ökumenischen Sozialstation anfällt – denn es gibt zwei gesonderte Abrechungen, unterschiedliche Gehälter (unterschiedlich nicht nach der Konfession der Mitarbeitenden, sondern je nachdem, bei welchem Träger sie angestellt sind) – wollen die Pflegerinnen und Pfleger der Ökumenischen Sozialstation Bogenhausen-Unterföhring-Ismaning ihren Arbeitsplatz nicht eintauschen. Das kollegiale Miteinander, das Gefühl, dass es schon etwas Besonderes ist, so grenzübergreifend zu arbeiten, das sind Argumente, die den Verwaltungsmehraufwand überwiegen. Und die sich in der Stimmung äußern und in dem ganz besonderen Klima, das hier herrscht. Denn es ist sicher nicht die Regel, dass sich Pflegerinnen und Pfleger, Haupt- und Ehrenamtliche außerhalb ihrer Dienstzeiten treffen, um mit den Patienten einen gemütlichen Wiesnnachmittag zu verbringen. Der Oktoberfestbesuch im letzten Jahr war für alle eine Riesengaudi. Und immer, wenn es wieder mal schwierig wird, alles unter einen Hut zu bringen, schauen sie sich gemeinsam die Erinnerungsfotos an. „Und schon sind wir wieder gut drauf“, lächelt Ingrid Wolf.

